Richtig bauen, verlegen und anstreichen - von Grund auf.

Der Innenausbau ist für die spätere Nutzung und Gestaltung der Räume von großer Bedeutung – und will gut geplant sein. Denn für welchen Estrich, Bodenbelag, Innenputz oder Wandanstrich Sie sich auch entscheiden: Alle einzelnen Faktoren sollten Ihren Bedürfnissen und Vorstellungen perfekt angepasst sein. Und das so lange wie möglich.

Estriche
Der Estrich ist ein maßgeblicher Teil des Fußbodenaufbaus und wird auf die Rohdecke aufgebracht. Nass-Estriche werden auf der Baustelle hergestellt: als schwimmender Estrich, Estrich auf Trennschicht oder Verbundestrich. Je nach ihrem Bindemittel bezeichnet man sie als Zementestrich oder Anhydritestrich. Fließestriche sind selbstnivellierend. Das bedeutet: Aufwendiges Verteilen, Abziehen, Verdichten und Glätten entfallen hier komplett. Fertigteilestrich, oder auch Trockenestrich genannt, besteht aus vorgefertigten Platten oder Elementen, die auf der Baustelle kraftschlüssig miteinander verbunden werden. Übliche Materialien sind Gipsfaserplatten, Holzspanplatten und zementgebundene Platten, die eine schnelle Verlegung ermöglichen. Der Trockenestrich kann sofort mit einem Belag versehen werden. Wärme- oder schalldämmende Zwischenschichten, zum Beispiel Schüttgut verbessern den Trittschallschutz und Wärmeschutz. Heizestrich ist ein beheizbarer schwimmender Estrich für den Einsatz bei Fußbodenheizungen. Beim Zementestrich ist eine Bewehrung notwendig, um die Spannungen beim Aufheizen und Abkühlen aufzunehmen.

Verschiedene Bodenbeläge:

Gut aussehend, beanspruchbar, trittsicher, langlebig, aber auch gleichzeitig fußwarm, wasserfest, schalldämmend und leicht zu pflegen. Das sind mehr als 3 Wünsche auf einmal, die Ihr Bodenbelag zu erfüllen hat. Allerdings ist eins sicher: Kein Bodenbelag kann allen Anforderungen 100%ig gerecht werden. Was die einzelnen Bodenbeläge dennoch voneinander unterscheidet und auszeichnet, haben wir Ihnen zusammengefasst:

Parkett
Der Klassiker unter den Bodenbelägen bietet Ihnen etliche Verlegemöglichkeiten durch den Einsatz verschiedenster Hölzer sowie einer Vielzahl von Verlegemustern wie Schiffsboden, Fischgräte, Würfel, Kassettenboden, Flechtmuster etc. Fertigparkett ist leicht zu verlegen, kostengünstig und besitzt eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren. An Echtholzparkett können Sie bis zu 50 Jahren Freude haben. Wer ein robustes Parkett vorzieht, trifft mit Eiche, Esche, Ahorn und Buche eine gute Wahl. Empfindlichere Weichhölzer wie Kiefer, Fichte oder Bambus eignen sich eher für normale Beanspruchungen.

Laminat
Sehr gutes Laminat ist von Parkett kaum zu unterscheiden. Dafür sorgen unterschiedliche Dekore, die den natürlichen Holzstrukturen perfekt nachempfunden werden. So verleiht es wie Echtholz Ihren Räumen eine warme, wohnliche und stilvolle Atmosphäre. Die einzelnen Paneele sind besonders leicht zu verlegen, dabei schalldämpfend und kostengünstig. Laminat verträgt allerdings keine Feuchtigkeit – im Gegensatz zu Holz sollten Sie es nicht in Nassräumen verlegen.

Teppich
Nichts geht über einen guten Teppich. Denn ein hochwertiger Teppichboden bietet Ihnen viele Vorteile. Warm und weich vermittelt er ein angenehmes Gefühl sowie eine gemütliche Atmosphäre. Ob gewirkt, gepresst, getufftet oder synthetisch, ob treppengeeignet, antistatisch oder sogar wasserfest – Ihnen sind bei der Auswahl des geeigneten Teppichbodens keine Grenzen gesetzt. Die Lebensdauer hängt dabei zum einen von der Qualität und Verarbeitung des jeweiligen Gewebes ab, zum anderen spielen natürlich auch die Beanspruchung und Farbe eine wichtige Rolle. Für den Eingangsbereich Ihres Hauses sollten Sie also keinen hellen, empfindlichen Teppich nehmen. Am besten, achten Sie auf die verschiedenen Gütesiegel, die jeden Teppich auszeichnen. Diese geben Aufschluss über die Eigenschaften und Leistungsmerkmale.

Fliesen
Individuell, langlebig, hygienisch: Fliesen aus Steinzeug oder Feinsteinzeug sind aus Badezimmern, Küchen, Dielen und auch Wohnräumen nicht mehr wegzudenken. Dank neuer moderner Designs lassen sie aus einfachen Nasszellen exklusive Badoasen werden, setzen durch Farben, Formen und Oberflächen gekonnt Akzente und passen sich perfekt jedem Wohnungsstil an. Neben den vielen Gestaltungsmöglichkeiten besitzen Fliesen zudem den Vorteil, äußerst widerstandsfähig zu sein. Im Gegensatz zu Teppich oder Parkett können hohe Schuhe, Rotwein und heiße Asche einem Fliesenboden nichts anhaben. Und er ist leicht zu reinigen. Beim Fliesenkauf sollten Sie allerdings auf die unterschiedlichen Abriebgruppen achten.

Naturstein
Wer sich für einen Bodenbelag aus Naturstein entscheidet, verleiht seinem Zuhause einen natürlichen edlen Charakter. Häufig werden Fliesen oder Platten aus Kalkstein, Schiefer, Basalt, Granit, Marmor oder Sandstein eingesetzt, die sich hervorragend für den Flur, das Treppenhaus oder den Wintergarten eignen. Angenehm warm wird es, wenn Sie im Wohnbereich den Naturstein mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Naturstein ist in der Regel teuer, allerdings auch sehr langlebig und strapazierfähig. Eine günstige Alternative stellt Terrazzoboden dar: zerkleinerter Naturstein, der mit Zement gebunden, zu Platten gepresst und anschließend abgeschliffen wird.

Kork
Was in den 70er-Jahren ein absoluter Trend war, erlebt heute ein kleines Revival: der Korkboden. Ein natürlicher Bodenbelag, welcher aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird. Trotz seiner hochwertigen Anmutung vermittelt er eine wunderbare Wärme an den Füßen. Auf diesem Boden fühlen sich gerade Kinder besonders wohl. Kork ist behaglich, von Natur aus isolierend, wärmespeichernd und trittelastisch. Allerdings eignet sich dieser Boden nicht für den Nassbereich. Kork wird als Platte oder von der Rolle angeboten. Achten Sie beim Kauf auf das Qualitätszeichen des Deutschen Kork-Verbands – es garantiert die Strapazierfähigkeit und Langlebigkeit des Bodens.

Wandgestaltung
Keine Frage: In Ihrem neuen Haus geben Sie den Ton an. Für die Gestaltung der Wandflächen können Sie verschiedenste Farben, Oberflächen und Strukturen einsetzen, die mit Ihrem Einrichtungsstil sowie den Böden und Lichtquellen harmonieren. Der Innenwand- und Innendeckenputz sollte wasserdampfdurchlässig und feuchtigkeitsausgleichend sein. Ob eben oder strukturiert hängt dann ganz von Ihrem Geschmack ab. Den Putz können Sie mit Raufaser, Vlies oder Glasfaser tapezieren oder einfach direkt in Ihrer gewünschten Farbe streichen. Holz und Naturstein werden wegen ihrer natürlichen Wirkung ebenfalls häufig zur Akzentuierung einzelner Wandflächen eingesetzt. Neben dem Klassiker Weiß können Sie auch Grau- und Blautöne hinzuziehen, die beispielsweise zu einer weißen Decke einen schönen Kontrast bilden. Diese Farben vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Entspannung, sind zeitlos und elegant. Rötliche Farbtöne hingegen strahlen Wärme und Geborgenheit aus. Da Rot auch den Appetit anregt, wird diese Farbe häufig in Restaurants eingesetzt. Sie ist daher eine ideale Farbe für das Esszimmer. Gelbtöne wirken freundlich, deshalb eignen sie sich gut fürs Kinderzimmer. Grün, die Farbe der Natur, verbreitet unmittelbar Wohlfühlstimmung. Ob ein sattes Grün oder Pastell: In Bad oder Küche setzen Grüntöne frische Akzente – auch einzelne Wände werden so zu wahren Hinguckern.